Insbesondere an den Weihnachtsfeiertagen und in den letzten Tagen des Jahres kracht es in vielen Partnerschaften und Familien ganz gehörig: Geschenke kaufen, Plätzchen backen, zehn Weihnachtsfeiern besuchen und das eigene Fest organisieren - der Weihnachtsstress legt die Nerven blank. Unterschiedliche Erwartungen an die Festtage und der verständliche Wunsch nach Harmonie, leider oft um jeden Preis, tun das Ihrige dazu, die Gemüter aufzuheizen. Streit und Tränen sind da so gut wie vorprogrammiert.
Wenn du Dich nach einem Streit mit deinem Partner mal wieder fragst, warum du Dir das antust und wieso ihr nicht einfach friedlich zusammenleben könnt, verzage nicht. Die gute Nachricht ist: Paare können lernen, miteinander zu sprechen. Fragen Sie zunächst sich selbst: Was ist los, mit mir? Was würde mir guttun? Und dann kommunizieren Sie es. Und fragen Sie ebenfalls ihren Partner wie es ihm geht, was ihm guttun würde? Für viele Paare ein völlig neuer Weg. In einem Gespräch frei von Vorwürfen ergibt sich eine gute Lösung oft wie von selbst. 
" Eine Studie aus den USA untersuchte, wie sich regelmäßiges Streiten auf die Qualität der Beziehung und auf die Lebenserwartung der Partner auswirkt. Die Forscher fanden heraus, daß Streit für die Lebenserwartung sogar förderlich sein kann."

In Ihrer Beziehnung krancht es öfters mal? "Wenn Paare sich einig sind, wie man sich am besten uneinig ist, dann ist das gar nicht mal so schlecht, besagt jene Studie, die ich mit einem Augenzwinkern an Sie weitergeben möchte.

Einträchtig zanken tut gut

Meinungsverschiedenheiten halten nicht nur die Liebe lebendig, sondern auch uns. Streitende Paare haben ein geringeres Risiko, schwer zu erkranken und vorzeitig zu sterben, wenn sie öfter einmal zanken.
Allerdings ist es dafür entscheidend, dass beide Partner mit derselben Intensität ihren Standpunkt vertreten.
Das fanden Wissenschaftler der University of Arizona heraus.


Harmonie trotz Meinungsverschiedenheit

Ob Paare viel oder weniger streiten, ist egal, wenn es um die Erfolgsaussichten für die Liebe geht, befand das Forscherteam. Wichtig ist, ob beide entweder auf Augenhöhe streiten können oder aber beide eher friedlich veranlagt sind.
“Je unterschiedlicher die Partner mit Konflikten umgehen, desto größer ist das Risiko eines früheren Todes. Wenn Partner sich zu stark unterscheiden, spitzt sich die Lage zu.
Der eine möchte leidenschaftlich debattieren, der andere nicht, und beide Partner sind mit der Situation unzufrieden. Das sorgt für Stress, der langfristig der Gesundheit schadet“, wie Psychologe Kyle Bourassa in der ‘Daily Mail’ erklärt.
“Partner mit einem ähnlicheren zwischenmenschlichen Verhalten haben weniger Konflikte und weniger Stress.”


Langzeitstudie mit 192 Paaren

Für ihre Studie begleiteten die Forscher 192 Paare über einen Zeitraum von 32 Jahren. Am gesündesten lebten die Paare, die Frustrationen freimütig äußern und Probleme durch Streit und Diskussion aus der Welt schaffen konnten.
Wenn einer oder beide Partner ihren Ärger für sich behielten, sodass er sich aufstaut, waren Männer zu 24 Prozent und Frauen zu 18 Prozent einem höheren Risiko, frühzeitig zu versterben, ausgesetzt.
Ein Streit reinigt also nicht nur die Atmosphäre, sondern ist auch gut für die Liebe und für ein längeres Leben."


Fokus online 04.01.2019, Cover Media