Der Naturcoach Artur Dorsch schreibt: „Angst ist zunächst kein Problem. Sie ist eine natürliche Ressource, die wir in bestimmten Situationen fühlen und nutzen können. Sie ist überall in der Natur zu finden und erscheint mir daher natürlich. Beobachte beispielsweise ein Reh, das wittert. Es ist hellwach, nutzt seine stärksten Sinne (Hören und Riechen), um mit voller Präsenz wahrzunehmen, ob es eine Gefahr gibt oder nicht. Die Angst stellt dem Reh einige wesentliche Ressourcen zur Verfügung, wie erhöhte Wachsamkeit, volle Konzentration, verminderte Ablenkungsbereitschaft und die Unterscheidungsfähigkeit zwischen gefährlich und ungefährlich. Erst nach diesem Wahrnehmungsgeschehen trifft das Reh die Entscheidung, was jetzt dran ist, fliehen oder weiteräsen, langsam in Deckung gehen oder abwarten. Es findet einen angemessenen Umgang mit der Situation..."

wirksame Tools zum Umgang mit Angst:


1. Schritt:

"Frage dich, wie hoch deine Angst auf einer Skala von 1-10 gerade ist und beantworte das für dich."

2. Schritt

"Um deine Angst greifbarer zu machen, finde ein Symbol wie einen Stein oder einen anderen für dich passenden Gegenstand in deiner Nähe, der für deine aktuelle Angst steht und lege, stelle diesen vor dich hin. Sprich diesen Gegenstand direkt an mit: „Meine Angst, aus welchen Grund bist du da?“ Oder, wenn das für dich besser funktioniert, frage dich selbst: Wovor habe ich jetzt gerade Angst? Diskutiere nicht mit deiner Angst und nimm das erste, was auftaucht. Benenne die Antwort mit Worten, die du aufschreibst oder laut aussprichst. Das ist Wesentlich. Dann ist deine Angst nichts Unsichtbares, Unfassbares, sondern etwas, das du konkret benennst."

3. Schritt

"Jetzt stelle deinem Angst-Symbol oder der Angst in dir die Frage: Was rätst du mir, wie ich mit der beängstigenden Situation umgehen kann? Lass dir etwas Zeit und bleibe im Kontakt mit deiner gefühlten Angst und Blickkontakt oder Körperkontakt mit dem Symbol. Sprich die Antworten aus und/oder schreibe sie auf. Wähle aus den entstanden Antworten diejenige aus, die deine Angst an 1. Stelle sieht (frage sie danach). Dann die zweite und dritte Stelle…

Damit hast du konkrete Handlungsoptionen

Bedanke dich bei deiner Angst.
Wenn du willst, überprüfe auf deiner inneren Skala von 1-10, wo du die Angst jetzt verortest.
Du kannst das kultivieren oder trainieren, indem du das jedesmal machst, wenn du Angst fühlst. Du kannst deine Ängste auch einem Menschen gegenüber aussprechen, dem du vertraust. Bevor du das tust, stelle sicher, dass dieser Mensch einverstanden ist, zu hören, was du sagst, ohne es zu beurteilen, zu kommentieren, ohne mit dir darüber zu diskutieren und dich mit Ratschlägen zu überhäufen. Stattdessen wiederholt er/sie, was du über deine Angst gesagt hast und du bestätigst das, wenn du dich gehört und richtig verstanden fühlst.“

 (Quelle: Newsletter Arthur Dorsch im März 2020)